– Kinder erheben ihre Stimme
Sprüche 31,8+9
I. Grundgedanken
Zugänge für den Vorbereitungskreis
Wut ist eine ungeheure Kraft in uns.
Ich lade dich ein, für einen Moment die Augen zu schließen. Überlege: Wann warst du zuletzt so richtig wütend? Rufe diese Situation in Erinnerung hervor. Und spüre noch einmal nach, wie sich das damals angefühlt hat. Wo sitzt deine Wut, wo spürst du sie? Und was hast du mit deiner Wut gemacht, wie bist du damit umgegangen?
Wut ist ungeheuer, denn sie hat viele Facetten: Wut kann zerstören, Wut ist aber auch wichtig, um sich für das Gute, für das Richtige oder biblisch gesagt für Gerechtigkeit einzusetzen. Wut ist sozusagen die Energie, die uns Kraft gibt, sich zu engagieren, sich zu empören, sich für die Schwachen einzusetzen. Wut ist damit das Gegenteil von Resignation. Während die Resignation sagt: »Da kann man nichts machen!«, ist die Wut überzeugt: »Das muss anders werden!« Ein Enkel von Mahatma Gandhi hat sich mit dieser positiven Kraft der Wut auseinandergesetzt. Er vergleicht die Wut mit Benzin für ein Auto. Wut treibe einen an, damit man weiterkomme, an einen besseren Ort. Ohne Wut würde man sich Problemen nicht stellen. »Wut ist die Energie, die uns zwingt, zu definieren, was gerecht ist und was ungerecht.« (Arun Gandhi)
Zum Text / Zum Thema
Das Buch der Sprichwörter ist eine Sammlung von Sprüchen, die über einen langen Zeitraum entstanden ist (die jüngsten Texte um 200 v. Chr.). Es geht um Alltagserfahrungen, um Lebensklugheit, um Weisheit. Das Buch wird König Salomo zugeschrieben, denn er steht wie kein anderer für Weisheit (1. Könige 5,9-14). Wie ein roter Faden zieht sich die Gottesfurcht durch das Buch: Klug ist, wer Gott fürchtet (= respektiert, auf ihn hört). Gottesfurcht (auch Ehrfurcht genannt) ist das wichtigste, um Weisheit zu erlangen (Sprüche 1,7). Wahrscheinlich wurden diese Weisheiten im Unterricht an Weisheitsschulen weitergegeben (siehe die Anrede »mein Sohn«).